Am 22. April 2026 machten sich drei Schülerinnen der 6. Klasse der Herderschule auf den Weg nach Hannover: Als Team unserer AG „Schüler*innen experimentieren“ nahmen Charlotte, Jule und Amri an der Preisverleihung des landesweiten Ingenieurwettbewerbs Junior.ING teil – und wurden mit dem 5. Platz in der Alterskategorie I (Klassen 5–8) ausgezeichnet. Die Freude war groß, die Überraschung ebenfalls: Neben Urkunden gab es für das Team auch ein Preisgeld von 50 Euro.
Eine Freiluftarena aus Naturmaterial
Die Wettbewerbsaufgabe: ein Modell einer Überdachung für eine halbkreisförmige Zuschauertribüne zu entwerfen und zu bauen. Entscheidend war die Dachkonstruktion: Sie sollte eine größere Schneelast tragen können und windfest sein, was von der Jury der Ingenieurskammer für alle Modelle im Funktionstest geprüft wurde. Unser Team setzte bewusst auf Naturmaterialien und entwickelte eine Dachstruktur aus Weidenruten. Die Schülerinnen sammelten frische Weidezweige aus Garten und Wald, sortierten und vermaßen sie und flochten daraus Wände und Dach des Modells. Dabei mussten die drei Schülerinnen leider feststellen, dass sich die Zweige nur im frischen Zustand gut biegen ließen. Somit waren mehrere Sammeltouren erforderlich, um das Modell zu bauen. Lediglich die Bodenplatte und die tragenden Pfeiler stammten aus Holzmaterial aus dem Baumarkt. Die halbkreisförmige Bühne hat das Team ressourcenschonend aus Papierröhren aus Fehlkopien konstruiert. Insgesamt investierten die drei rund 15 Arbeitsstunden in Planung, Bau und Feinabstimmung. Ein besonderer Dank gilt Charlottes Vater, der das Team beim Designprozess und beim Bohren der Bodenplatte unterstützte.
Lernen im Projekt: Planen, entscheiden, Kompromisse finden Neben handwerklichem Geschick verlangte das Vorhaben vor allem eines: Teamarbeit. Von der Materialrecherche über Entwürfe und Maßumsetzung bis zum Einflechten der Dachstruktur arbeiteten die drei eng zusammen. Immer wieder mussten Entscheidungen getroffen und Kompromisse gefunden werden – etwa bei der Farbgestaltung der Bühne. So wuchs aus vielen Teilaufgaben ein fertiges Modell.
Preisverleihung in Hannover
Die Anreise nach Hannover erfolgte (in Begleitung von Amris Vater) mit der Bahn, anschließend ging es zu Fuß zur Hochschule Hannover, wo der Festakt stattfand. Zur Eröffnung begrüßte der Präsident der Ingenieurkammer Niedersachsen, Prof. Martin Betzler, die Teilnehmenden und Gäste. Staatssekretär Stephan Ertner übermittelte die Grüße der Kultusministerin und würdigte das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Ein Highlight war der Fachimpuls von Ingenieur Jan Dubois (shl ingenieure, Hannover): Er erklärte anschaulich, welche Lasten auf realen Dächern wirken, und stellte das große EXPO-Holzdach in Hannover vor. Im Anschluss wurden die Teams nacheinander auf die Bühne gebeten, erhielten Urkunden, Glückwünsche und Zeit für Fotos. Zwischendurch blieb Gelegenheit, andere Modelle zu begutachten: Am besten gefiel den Herderschülerinnen ein baumförmiges Modell aus Holz, Moos und Wolle. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich sich die gleiche Aufgabe lösen lässt.
Anerkennung und Motivation für das nächste Projekt
Mit dem 5. Platz kehrte das Herderschul-Team stolz nach Lüneburg zurück. Die Platzierung ist eine Anerkennung für eine originelle, materialgerechte Dachkonstruktion, die zugleich den funktionalen Anforderungen des Wettbewerbs gerecht wird. Die Jury bewertete in der Alterskategorie I unter anderem Konstruktion, Statik, Originalität und Verarbeitungsqualität. Für die erstplatzierten Teams geht es nun weiter zum Bundesentscheid in Berlin.
Wir gratulieren herzlich und drücken die Daumen! Für Charlotte, Jule und Amri war der Wettbewerb eine tolle Erfahrung und sie freuen sich schon auf das nächste Projekt oder den nächsten Wettbewerb mit der AG „Schüler*innen experimentieren“.







