In seinem Vortrag „Männlichkeit im Wandel“ hat Fikri Anil Altintas die Schüler nicht mit erhobenem Zeigefinger belehrt, sondern sie auf Augenhöhe eingeladen, gemeinsam über das Bild des „echten Mannes“ nachzudenken. Die Doppelstunde lebte vor allem von vielen offenen Diskussionsrunden, in denen die Jungs immer wieder Gelegenheit hatten, miteinander statt nur übereinander zu sprechen. Dabei ging es nicht um richtig oder falsch, sondern darum, eigene Erfahrungen zu teilen, Unsicherheiten zu benennen und voneinander zu lernen. Ohne moralischen Druck entwickelte sich eine ehrliche Gesprächsdynamik, in der die Jugendlichen sich gegenseitig Orientierung gaben und selbstbewusster in ihrer Meinung wurden. Themen wie Druck, Freundschaft, Verletzlichkeit und die Erwartungen von Familie, Medien und Sport wurden so auf Augenhöhe verhandelt. Gerade weil der Referent selbst von seiner eigenen Erziehung erzählte – „Du musst stark sein!“ – entstand eine Atmosphäre des Vertrauens, in der auch schwierige Probleme offen beredet werden konnten. Am Ende stand kein fertiges Urteil, sondern die Einladung, sensibel zu bleiben und weiter miteinander im Gespräch zu bleiben – denn Männlichkeit, so die gemeinsame Erkenntnis, kann verletzlich sein und sensibel bleiben – das ist wahre Stärke.


